Karfreitag

Am Karfreitag gedenken die Christen des Kreuzestodes Jesu - und der Dunkelheit, die sich über die Menschen durch diesen Tod senkt. Vielerorts wird als Zeichen dieser Trauer und der Hoffnungslosigkeit der Altar leergeräumt, die Orgel und die Glocken schweigen und das Kreuz wird mit einem schwarzen Tuch verhüllt. In manchen Gemeinden werden die Gottesdienste zur Todesstunde Jesu um 15.00 Uhr gefeiert und die Leidensgeschichte Jesu gelesen und/oder gesungen. An manchen Orten kommen die großen Passionsmusiken von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und anderen zur Aufführung.

Die Christen leben in einer Zeit, in der sie wissen, dass Ostern kam und Jesus auferstanden ist - und der Tod damit das letzte Wort verloren hat. Dennoch lässt der Karfreitags das Entsetzen über den Tod des Mannes, der der Heiland der Welt, der die Hoffnung für die Welt ist, jedes Jahr aufs Neue erleben. Dieser Tag nimmt die Menschen mit hinein in die Verlassenheit und die Angst, die Jesus auf dem Weg zum und dann am Kreuz empfunden hat - und die er hinausschreit mit den Worten: 'Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?' (Markus 15,34) - und durch die er uns Menschen in unseren Verlassenheiten so nahe ist.

Der Karfreitag zeigt, wie schwarz die Welt ohne diesen Mann war - und in welche Hoffnungslosigkeit die Menschen ohne ihn stürzen müssten. Auch heute noch - wäre er nicht auferstanden. Zum anderen erinnert der Karfreitag an die Sünden der Menschen, um derentwillen Christus gestorben ist - und mahnt damit die Christen, ihr Leben zu überdenken und neu auszurichten.

Der Karsamstag ist merkwürdig: Er ist kein Feiertag, die Geschäfte haben geöffnet, die Vorbereitungen auf die Osterfeiertage laufen. Und doch ist er ein einmaliger Tag im Jahresrythmus. Er erinnertdaran, dass in den Stunden zwischen dem Tod und der Auferstehung Jesu die Zukunft der Welt in Frage stand. Erst am Abend, wenn die Feiern zur Osternacht beginnen, kommt das Leben zurück.





 

 

 

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