Ostern für Kinder

TOD, LEID UND AUFERSTEHUNG KINDGERECHT VERMITTELN

» Alle Jahre wieder stehen Erzieherinnen in evangelischen Kitas, Eltern oder Großeltern vor der Frage: Wie sag ich’s meinem Kinde, was es mit Passion und Ostern auf sich hat? Da geht es um Tod und Leid und um Auferstehung. Das ist ja schon für Erwachse ne schwierig genug und dann erst für Kinder? Drei Zugänge haben sich bewährt:

Zugänge über das Kirchenjahr
Ein Zugang gelingt einfacher, wenn diese Ereignisse um Karfreitag und Ostern nicht isoliert betrachtet, sondern in das Leben Jesu eingebunden werden. Unser Kirchenjahr zeigt uns einen Weg, der gut strukturiert ist und uns Zeit lässt: Zu Beginn des Kirchenjahres, in der Adventszeit, bereiten wir uns auf Jesu Geburt an Weihnachten vor. In der Epiphaniaszeit konzentrieren wir uns auf Jesu öffentliches Reden und Handeln. In dieser kurzen Zeitspanne ist es hilfreich, wenn Kinder viele Geschichten von Jesus hören. So kann aus dem Baby von Weihnachten ein erwachsener Mann werden, bevor wir in die Passionszeit gehen. So können Kinder die besondere Beziehung von Jesus zu Gott und den Menschen wahrnehmen. Die Karwoche am Ende der Passionszeit hat noch einmal ihren eigenen Rhythmus mit dem Einzug in Jerusalem (Palmsonntag), dem Abendmahl (Gründonnerstag), dem Tod (Karfreitag) und der Auferstehung (Osternacht/ Ostersonntag). Und dann geht es weiter: Es gibt Begegnungen der Jüngerinnen und Jünger mit dem Auferstandenen, bis Jesus sich endgültig verabschiedet (Himmelfahrt) und den Heiligen Geist sendet (Pfingsten). In diesen Bogen von Advent bis Pfingsten sind Tod und Auferstehung Jesu gut eingebunden. Durch die jeweiligen Symbole und Rituale wird die Bedeutung der Feste immer wieder neu erlebbar.

Zugänge über Symbole und Rituale
Symbole helfen mit ihrer Gegenständlichkeit zum Begreifen der sich dahinter verbergenden Bedeutung. Sie bieten Bild und Sprache für Unsichtba res, Unsagbares und Unbegreifliches. Oft verbirgt sich die unsichtbare Welt hinter einem Gegenstand. Sie muss entdeckt und enträtselt werden. Wussten Sie, dass das Osterei ein Symbol für Leben ist und der Hase für die Allgegenwart Gottes steht? So bekommen Rituale wie z. B. das Aufhängen von buntgefärbten Eiern eine tiefere Bedeutung: Sie erzählen von der Macht Gottes, vom Sieg des Lebens über den Tod. Daher hat es auch Sinn, die Eier tatsächlich erst in der Osternacht oder am Ostermorgen aufzuhängen. Dafür dürfen sie dann gerne noch bis Pfingsten (so lange dauert die Osterfreude im Kirchenjahr an) an den Zweigen von der Auferstehung künden.

Zugänge über Bilderbücher
Bilderbücher können Kindern nahebringen, was es mit Ostern und Auferstehung auf sich hat. Vier Bücher eignen sich hier ganz besonders:

Sebastian Tonner, Rica erzählt die Bibel: Geschichten aus dem Neuen Testament, ISBN 9783780627698: Das Schaf Rica erzählt in einfachen Worten von Jesu Geburt, Leben, Tod und von seiner Auferstehung. (1–3 Jahre)

HermannJosef Frisch, Der Chamäleonvogel, ISBN 9783579023991: Die Botschaft des Buches teilt sich über die Farben der Bilder eindrücklich mit. So kommt es mit wenigen kurzen und prägnanten Sätzen aus. (3–6 Jahre) HermannJosef Frisch, Wie das Ei zum Osterei wurde, ISBN 9783794173044: Das Buch erzählt, wie ein Ei in der Zeit der Christenverfolgung zum Zeichen für die Auferstehung Jesu wird. (5–10 Jahre)

Rainer Oberthür, Die Ostererzählung, ISBN 9783522300971: Die Geschehnisse von Jesu Einzug in Jerusalem bis zum Ostermorgen sind eingebettet in ein Rahmengespräch, das deutlich macht, was dies alles für uns heute bedeuten kann. (6–11 Jahre)

Ein Bericht von Susanne Betz,
Studienleiterin für Religiöse Bildung in
Kindertageseinrichtungen und Familienbildung

 

 

 

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