6. Dezember Nikolaus

Am 6. Dezember begehen wir Jahr für Jahr den Gedenktag des Heiligen Nikolaus. Er ist einer der beliebtesten und bekanntesten Heiligen in Ost und West und doch wissen die meisten Menschen nicht mehr viel von ihm.

Nikolaus wurde um 280 n. Chr. in Patara geboren, einem Ort in der heutigen Türkei. Er ist mit 19 Jahren von seinem Onkel, der ebenfalls Nikolaus hieß und auch Bischof von Myra war, zum Priester geweiht worden und wurde dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Während der letzten großen Christenverfolgung unter dem Kaiser Diokletian wurde er ins Gefängnis geworfen und gefoltert.

Als Sohn reicher Eltern hat er sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt. Er hat viele Wunder getan und war lange Jahre Bischof von Myra. Er liebte die Menschen und half, wo er nur konnte. Im Heiligenbuch der griechisch-orthodoxen Kirche heißt es über ihn: „Es gab keinen Schmerz, den er nicht teilte, kein Unrecht, das er nicht gutmachte, keinen Streit, den er nicht schlichtete. Wo er auch hinkam, verbreitete er durch seine bloße Anwesenheit, durch sein strahlendes Angesicht eine Atmosphäre des Friedens und der Ruhe. Als er nach so reichem gottgefälligem Wirken entschlief, um in das Reich der Himmel einzugehen, wehklagten die Menschen über den Verlust ihres Hirten und Wohltäters. Die Engel aber frohlockten über die Ankunft des sanften Nikolaus bei ihnen.'

Nikolaus hilft in der Hungersnot
Der Heilige Nikolaus lebte vor vielen Jahren als Bischof in Myra. Er war sehr fromm und liebte Jesus, aber auch die Menschen die in Not waren. Er half diesen Menschen so gut er konnte und deshalb gibt es ganz viele Geschichten vom Nikolaus, man nennt sie auch Legenden. Es wird erzählt, dass in der Stadt Myra große Not herrschte. Das Jahr über hatte es zu viel geregnet, dass die ganze Ernte verdorben war. So konnten die Bauern kein Getreide ernten, die Müller kein Mehl mahlen und die Bäcker kein Brot backen. Die Geschäfte waren ganz leer. Die Kinder weinten vor Hunger. In Myra herrschte eine schwere Hungersnot. Gott hat uns verlassen sagten die Menschen. Doch der Bischof Nikolaus tröstete sie und betete mit ihnen. Er vertraute auf Gott, der ihnen bestimmt helfen würde. Eines Tages legte ein großes Schiff im Hafen an, das hoch beladen mit Korn war. Von diesem Korn konnten alle satt werden. Die Menschen liefen zu dem Schiff und bettelten um das Korn. Sie wollten sogar sehr viel Geld dafür bezahlen. Doch die Seeleute waren nicht bereit ihnen etwas von dem Korn zu geben. Sie hatten Angst vor dem Eigentümer des Schiffes der auf das Korn wartete und sie sicher bestrafen würde, wenn nicht mehr alles an Bord war. Nun ging der Bischof Nikolaus selbst zu den Seeleuten und bat um das Korn. Er sagte: „Helft doch den armen Menschen. Wenn ihr uns ein paar Säcke Korn abgebt braucht ihr keine Angst zu haben, denn bei Eurer Ankunft wird kein einziges Korn fehlen.” Weil der Bischof so überzeugend mit ihnen sprach, glaubten sie ihm schließlich. Sie schleppten viele Kornsäcke vom Schiff herunter und schenkten sie den Leuten. Der Bischof sorgte dafür dass das Mehl gemahlen wurde, das Brot gebacken werden konnte und jeder seinen gerechten Anteil erhielt. Alle aßen und wurden satt. Als die Seeleute bei dem Eigentümer des Schiffes ankamen, stellten sie fest, dass nicht ein einziger Kornsack aus ihrer Ladung fehlte. Bischof Nikolaus hatte sie nicht belogen.

Der ungerechte Stadthalter
Einst hatte der Stadthalter von Myra Bestechungsgelder angenommen und befohlen, drei Bürger der Stadt durch das Schwert töten zu lassen. Bischof Nikolaus wurde von einer Reise eilig zurückgerufen, um den ungerecht Verurteilten zu helfen. Doch diese waren bereits auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte. Schnell lief der Bischof hin. Der Scharfrichter hielt sein Schwert schon in der Hand. Nikolaus sprang zu ihm hinauf, entriss ihm das Schwert und schleuderte es weit fort. Er befreite die Gefangenen und brachte sie in die Stadt zurück. Ich bin bereit, an Stelle der Unschuldigen zu sterben, rief er. Keiner wagte es, ihm entgegen zu treten. Nun eilte der Bischof zum Stadthalter und pochte an dessen Tor. Dieser kam heraus und begrüßte ihn mit einem Kniefall. Doch Nikolaus sagte wütend: „Obwohl du Unschuldige töten lässt, kommst du mir unter die Augen! Ich werde deine Verbrechen dem Kaiser melden! Da flehte der Stadthalter den Bischof an: Nicht ich bin schuldig, sondern meine Beamten, die eine falsche Anklage erhoben haben. Doch Nikolaus erwiderte: Nichts davon! Zweihundert Goldpfund hast du angenommen, um dafür diese drei Männer gemein zu beseitigen. Und er brachte den Stadthalter dazu, seine Schuld einzugestehen und das Recht wiederherzustellen.

 

 

 

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