Geschichte der evangelischen Kirche in Söllingen

Jesu Missionsbefehl
“Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Diesen Auftrag erteilte Jesus seinen Jüngern nach seiner Auferstehung. Danach wurde er in den Himmel aufgenommen und nahm den Platz an Gottes Seite ein. Dieses Ereignis war für die Jünger der Beginn sich auf den Weg zu machen, die Botschaft von Jesus Christus überall zu verkündigen und Gemeinden zu gründen.
 
Das Evangelium erreicht Europa
Auf der zweiten Missionsreise des Apostel Paulus nach Griechenland erreichte das Evangelium erstmals Europa. Durch die Missionsreisen des Apostel Paulus wurde das Christentum zunächst im östlichen Mittelmeerraum bis Italien verbreitet. Trotz Christenverfolgungen entwickelten sich die verstreuten Gemeinden im Rahmen des  übernationalen Römischen Reiches allmählich zur Weltkirche. Bis ins 4. Jh. stand der römische Staat dem Christentum mit Misstrauen gegenüber. Dennoch formte sich das Christentum als Geistes- und Bildungsmacht und wurde im Jahre 391 von Kaiser Theodosius zur römischen Staatsreligion erhoben.

Die Christianisierung der heidnischen Germanen
Nach der Schlacht bei Zülpich im Jahre 496 n. Chr. nahmen die siegreichen Franken das Land der Germanen in Besitz und führten nach der Abschaffung des heidnischen Glaubens das Christentum ein. Der römische Götterstein am Kirchturm der Söllinger Michaelskriche in Form einer antiken Herkulesstatue zeugt heute noch von der heidnischen Vergangenheit. Er könnte als Zeichen des besiegten Heidentums in das Kirchegebäude eingemauert worden sein. Die Söllinger Michaelskirche wurde erstmals im Jahre 1291 urkundlich erwähnt.
 
Die Reformation
Die Reformation war eine große religiöse Bewegung des 16. Jh. gegen kirchliche Missstände der Zeit. Die Reformation erstrebte die Wiederherstellung eines reinen biblischen Christentums und die Gotteskindschaft allein durch den Glauben. Der entscheidende Schritt ging von Martin Luther aus. Die Einheit der Kirche zerbrach durch das Entstehen evangelischer Gemeinschaften. Beim Reichstag in Speier wurden 1529 der Aufbau von Landeskirchen und im Augsburger Religionsfrieden 1555 die Anerkennung des reformierten Kirchenwesens beschlossen.
 
Die evangelisch-protestantische Kirche
Die Söllinger Einwohner waren bis zur Einführung der evangelisch-lutherischen Religionslehre im Jahre 1556 katholisch. Im 18. Jahrhundert hatte in Süddeutschland die Reformation von Zwingli und Calwin Fuß gefasst. So wurde Söllingen im Jahre 1821 unter Großherzog Ludwig evangelisch-prote-standisch.

Textquelle: Roland Speer und Ortschronik Söllingen Ausgabe 1985


 

 

 

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